Hamburg-Hamm bald ein Stadtteil?

Auf der letzten Sitzung des Regionalausschusses für Horn, Hamm und Borgfelde wurde ein interfraktioneller Antrag (Drucksache 19/7/10) von CDU, SPD und GAL beschlossen, dessen Ziel es ist, die drei Stadtteile Hamm-Nord, Hamm-Mitte und Hamm-Süd zu einem Stadtteil zusammenzulegen.

Hintergrund des Antrages ist zum einen, dass in der Regel von Hamm als Stadtteil gesprochen wird, wie man ja schon an der Benennung des Regionalausschusses (Horn/Hamm/Borgfelde und nicht Horn/Hamm-Nord/Hamm-Mitte/Hamm-Süd/Borgfelde) sehen kann. Außerdem war einer der damaligen Gründe für die Dreiteilung Hamms im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes der Nazis die hohe Bevölkerungszahl vor dem zweiten Weltkrieg. Ein weiterer Grund für gerade diese Einteilung war auch, dass die NSDAP damals drei Ortsverbände in Hamm unterhielt, deren Zuschnitt dann auch die Grundlage für die aktuell bestehenden Grenzen war. Diese Einteilung wurde dann nach dem Krieg so beibehalten.

Inzwischen leben, wie gesagt, wesentlich weniger Menschen in Hamm (Hamm-Süd war früher dicht besiedelt und ist heute fast nur noch Industriegebiet). Von daher macht eine Zusammenlegung schon Sinn.

Lediglich die Bewohner Hamm-Nords (zu denen auch ich gehöre) würden manchmal betonen, dass sie eben in Hamm-Nord wohnen, um sich von den sozial schwächeren Stadtteilen Hamm-Mitte und Hamm-Süd abzugrenzen. Das ist auch historisch und geographisch bedingt. Früher sprach man von „Oben-Hamm“ und „Unten-Hamm“. Die Grenze dafür bildete der Geesthang an der Hammer Landstraße, der im Moment die Grenze von Hamm-Nord und Hamm-Mitte bildet.

Direkte Auswirkungen auf die Verwaltung und die Bevölkerung hätte eine Zusammenlegung eh nicht. Die Hamburger Orts- bzw. Stadtteile haben keine eigenen Verwaltungsbefugnisse und unterhalten auch keine eigenen Behörden. Sie dienen heute nur noch als Grenzen für die Statistiken. Von daher könnte eine Zusammenlegung doch den einen Nachteil haben, dass man keine kleinteiligen Daten über die drei Hammer Quartiere bekäme sondern  nur noch für Hamm gesamt.

Was mich betrifft muß ich ganz ehrlich sagen, dass durch die Hauptstraßen durch Hamm (Sievekingsallee, Hammer Landstraße usw.) der Stadtteil inzwischen sowieso total zerschnitten ist. Für mich, der nördlich der Sievekingsallee wohnt, stellt es sich so dar, dass ich eigentlich fast nie die Sievekingsallee nach Süden überquere, höchstens, um in den Stadtpark zu gehen. Meine Besorgungen erledige ich hauptsächlich in Eilbek/Wandsbek, da die Geschäfte dort auch ohne die Überquerung von sechsspurigen Straßen fußläufig erreichbar sind. Von daher ist das Hamm-Nord nördlich der Sievekingsallee eher Eilbek als „Gesamt-Hamm“. Dazu trägt natürlich auch bei, dass keine sinnvolle ÖPNV-Verbindung in Richtung Süden gibt. Ich hab die U1 und die S1 vor der Haustür, die beide eher dazu einladen, nach Wandsbek oder gleich in die City zu fahren. Busfahren ist für mich keine Option, da es nicht Grauenvolleres als Busfahren gibt.

Drucksache 19/7/10 Hamm-Nord, -Mitte und -Süd zu einem Stadtteil vereinen

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Datum: Sonntag, 11. April 2010 13:36
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2 Kommentare

  1. 1

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Tobias Kaercher erwähnt. Tobias Kaercher sagte: @wechselwirkung Hamburg-Hamm bald ein Stadtteil? http://bit.ly/9F7kSJ […]

  2. 2

    […] für Horn, Hamm und Borgfelde berichtet, dass dort ein Antrag beschlossen wurde, die drei Stadtteile Hamm-Nord, Hamm-Mitte und Hamm-Süd zu einem Stadtteil Hamm zusammenzulegen. Zu der Einladung zur heutigen Sitzung des Ausschusses wurde eine Mitteilung der Behörde für […]

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